Als Freelancer im Homeoffice produktiv zu bleiben, ist oft schwieriger, als es zunächst klingt. Die Vorstellung vom flexiblen Arbeiten in Jogginghose wirkt zwar verlockend, doch in der Praxis zeigt sich schnell: Für erfolgreiches Arbeiten von Zuhause braucht es mehr als nur einen Laptop und eine gute Kaffeemaschine. Wenn Sie sich darin wiedererkennen, finden Sie in diesem Artikel sechs hilfreiche Tipps, mit denen Sie Ihre Produktivität im Homeoffice steigern können.
Das Wichtigste in Kürze
- Klare Trennung von Arbeit und Privatleben: Ein fester Arbeitsplatz hilft, konzentriert zu arbeiten.
- Routine und Planung erhöhen die Produktivität: Feste Arbeitszeiten, Tagesziele und To-do-Listen sorgen für Struktur.
- Die richtige Ausstattung und Ordnung unterstützen effizientes Arbeiten: Ergonomische Möbel, gute Technik und ein aufgeräumter Arbeitsplatz fördern Konzentration.
- Ablenkungen vermeiden und Pausen einplanen: Social Media, Haushalt & Co. reduzieren – stattdessen regelmäßige Pausen für neue Energie einlegen.
Studie: Hier arbeiten Freelancer überwiegend
Freelancer leben Flexibilität und freie Zeiteinteilung. Ihre Freiheit beschränkt sich aber nicht nur auf die Auswahl ihrer Aufgaben, sondern auch auf ihren Arbeitsort. 71% der Umfrageteilnehmer des Freelancer-Kompass 2026 gaben an, dass sie vorwiegend im Homeoffice arbeiten.

Damit ist der Anteil an Homeoffice sogar zum Vorjahr gestiegen. 2025 und 2026 im Vergleich:
| Arbeitsort | 2025 | 2026 |
| Homeoffice | 60% | 71% |
| Hybrid | 33% | 22% |
| Beim Kunden | 5% | 5% |
| Workation | 2% | 2% |
Dass die freie Wahl des Arbeitsortes neben Freiheit und Flexibilität einer der größten Vorteile des Freelancer-Daseins ist, wissen wir bereits. Von zu Hause aus zu arbeiten, hat jedoch nicht nur Vor-, sondern auch Nachteile und kann definitiv zur Herausforderung werden.
Wie man sich diesen Herausforderungen stellt und die besten Tipps für das Arbeiten Homeoffice, verraten wir im Folgenden.
1. (Räumliche) Trennung
Wer von zu Hause aus arbeitet, weiß: Der Grat zwischen Arbeit und Privatleben ist schmal. Oberstes Gebot sollte die Trennung dieser beiden Bereiche sein. Gerade, wenn Sie zu Hause Kunden empfangen, macht ein „echter“ Arbeitsplatz einen professionelleren Eindruck, als der heimische Esstisch.
Auch Ihre Produktivität wird es Ihnen danken, wenn Sie einen extra Arbeitsraum haben und sich nicht mit dem Laptop auf die Couch setzen.
Überlegen Sie, wo Sie diesen Raum in Ihrer Wohnung finden können:
- Haben Sie ein ungenutztes Zimmer?
- Eine Garage, die man umfunktionieren kann?
- Ein Gartenhaus?
Wenn Sie den Platz auserkoren haben, sorgen Sie für Privatsphäre und die Minimierung möglicher Ablenkungen – besonders wenn der Rest der Familie zu Hause ist, während Sie arbeiten. So können Sie in den Arbeitsmodus und danach auch wieder abschalten.
2. Routine
Einer der Vorteile am Homeoffice: Niemand guckt Sie schräg an, wenn Sie erst um 10.00 Uhr anfangen. Wichtig dabei aber: Schaffen Sie sich eine Routine und halten Sie sich daran.
Starten Sie also auch Homeoffice-Tage wie wenn Sie zur Arbeit gehen würden. Mit dem Wecker aufstehen, duschen, Kaffee kochen oder Frühsport können ganz nach Belieben in die Arbeitstagsroutine eingebaut werden.
Eine tägliche Routine erleichtert aber nicht nur Ihnen den Arbeitsalltag, sondern gibt auch Ihren Kunden einen Rahmen, ab und bis wann Sie für sie zur Verfügung stehen.
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2. Machen Sie einen Plan
Selbstdisziplin ist ohne Frage das A und O im Homeoffice. Um die eigene Selbstdisziplin nicht allzu sehr auf die Probe zu stellen, hilft eine durchdachte Organisation der Arbeiten und To-dos. Planen Sie Ihren Arbeitstag am besten schon morgens durch und setzen Sie sich Tagesziele.
Wie Sie die Planung angehen ist dabei nur von Ihren individuellen Bedürfnissen abhängig; Manchen Freelancern reicht eine einfache To-do-Liste, andere arbeiten mit Tools wie Trello oder Jira.
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3. Die richtige Ausstattung
Es kann gut sein, dass Sie erst einmal in eine Erstausstattung investieren müssen: Laptop oder Computer sowie eine gute, stabile Internetverbindung stehen da natürlich ganz oben. Zu einer guten Homeoffice-Ausstattung gehört:
- Eine stabile und schnelle Internet-Verbindung
- Ein Smartphone mit Headset, Skype oder eine andere professionelle Lösung fürs Telefonieren
- Ein großer Bildschrim
- Maus und Tastatur, am besten in ergonomischer Ausführung
- Ein großer (höhenverstellbarer) Schreibtisch, an dem Sie bequem arbeiten können, der aber auch für Ihre Unterlagen und ggf eine Kaffeetasse oder Wasserflasche Platz bietet
- Ein bequemer Stuhl, auf dem Sie länger als 8h angenehm sitzen können
- Ein zweiter Bildschirm
Zusätzlich kann sich auch die Anschaffung von Büroartikeln, einem Drucker oder einer gute Beleuchtung lohnen. Eine hübsche Büropflanze bringt zusätzlich Atmosphäre ins Büro.
Auch gut zu wissen: Homeoffice Ausstattung können Sie von der Steuer absetzen.
4. Nicht ablenken lassen!
Wer sich an die vorangegangenen Ratschläge hält, dem fällt auch die Umsetzung dieses Tipps leichter. Damit Sie sich den ganzen Arbeitstag lang auf Ihre Arbeit konzentrieren können, ist es wichtig, allfällige Ablenkungen aus dem Homeoffice zu verbannen.
Wer längerfristig im Homeoffice arbeiten will, der sollte – wie oben beschrieben – den privaten Lebensraum vom geschäftlichen trennen. Ist dies nicht möglich, gilt es, ganz besonders diszipliniert zu sein.
Schalten Sie Smartphone und Fernseher konsequent aus und setze Sie auch die Social-Media-Benachrichtigungen auf stumm. Zwischendurch Wäsche waschen oder kurz das Bad putzen sind ebenfalls nicht förderlich für die Produktivität.
5. Ordnung und Sauberkeit
Auch wenns spießig klingt: Selbst wenn Sie keine Kundentermine zu Hause haben, sollten Sie dafür sorgen, dass Ihr heimischer Arbeitsplatz professionell aussieht. Räumen Sie daher ihren Schreibtisch regelmäßig auf, ordnen Sie Ihre Unterlagen und archivieren oder entsorgen Sie alte Dokumente. Benutzte Tassen gehören auch im Homeoffice regelmässig abgespült und das Equipment freut sich über gelegentliches Staubwischen.
Der eigene Arbeitsplatz sagt nicht nur viel über die eigene Arbeitsweise aus, sondern hat auch großen Einfluss auf Ihre Produktivität und Ihren Erfolg. Außerdem motiviert ein schöner, sauberer und aufgeräumter Arbeitsplatz gleich doppelt zum Arbeiten!
6. Machen Sie mal Pause
Dieser Tipp gehört in die Kategorie der Planung. Denn nicht nur Ihre Arbeit sollte gut geplant sein, mindestens genau so wichtig sind regelmäßige Pausen und eine vernünftige Mittagspause.
Auch wenns im Homeoffice besonders schwer fällt, legen Sie mehrmals am Tag Pausen ein. Kurze Unterbrechungen zu sinnvollen Zeiten haben dabei den größten Erholungseffekt.
Die Pausen können an der frischen Luft stattfinden – eine Runde auf dem Balkon, durch den Garten oder um den Block – oder einfach nur in einem anderen Raum. Essen, einen Kaffe holen, einen Moment die Füße hochlegen, das alles hilft, um dem Homeoffice-Koller zu entgehen und sich für einen Moment komplett von der Arbeit zu lösen.
Planen Sie eine feste Mittagspause und mindestens zwei Kurzpausen (5 bis 10 Minuten) ein, in denen der Arbeitsplan auf Standbild geschalten wird. Dazu gehört auch, dass das Mittagessen NICHT vor dem Bildschirm verspeist wird. Achten Sie darauf, sich auch im Homeoffice gesund und bewusst zu ernähren und die Mittagspause einzuhalten, um danach wieder voll bei der Sache zu sein.
Zusatztipp: Mit den richtigen Versicherungen auch längerfristig im Homeoffice
Versicherungen machen Sie zwar nicht per se produktiver, Sie sind aber ein wichtiger Aspekt auf dem Weg zum Freelancer-Dasein. Das Gefühl von Sicherheit trägt zu einer positiven Arbeitseinstellung und somit indirekt zu mehr Produktivität im Homeoffice bei.
Um Ihre individuelle Lage zu klären, rufen Sie am besten bei Ihrer Versicherung an und lassen sich beraten. Dort erfahren Sie, ob Sie eine zusätzliche Haftplichtversicherung abschliessen sollen oder lediglich ein paar Anpassungen nötig sind.
Welche Versicherungen für Freelancer zur Standardausrüstung gehören, lesen Sie im Artikel: Die wichtigsten Versicherungen für Freiberufler.