Selbstständige und Freelancer kennen sie nur zu gut: Durststrecken und Projektflauten – das ständige Auf und Ab in der Auslastung. Mal können sich Freiberufler vor Projektanfragen kaum retten, mal gleicht der Projektmarkt einer Wüstenlandschaft. Besonders während der Urlaubszeit. Doch solche Phasen gehören zum Freelancing dazu. Umso wichtiger ist es, Strategien zu entwickeln, um Projektflauten besser zu überstehen und diese Zeit möglichst produktiv zu nutzen.
Das Wichtigste in Kürze
- 62 % der Freelancer sehen die Projektakquise als größte Herausforderung.
- 43 % kämpfen mit unsicheren Einkommen, 28 % mit fehlender Planungssicherheit.
- Auch Bürokratie (25 %) und Selbstmarketing (23 %) zählen zu den häufigsten Problemen.
- Langzeitkunden, kontinuierliches Marketing und finanzielle Rücklagen helfen, Projektflauten besser zu überbrücken.
- Ruhigere Phasen lassen sich sinnvoll nutzen – etwa für Weiterbildung oder den Ausbau des eigenen Netzwerks.
Die größten Probleme der Freelancer
Das Leben als Freelancer ist nicht immer leicht – dafür abwechslungsreich. Manchmal läuft es rund und Freelancer können sich vor Arbeit kaum retten. Dann kommen wieder Zeiten, in denen es den Anschein hat, als hätten sich sämtliche potenzielle Kunden gegen Freiberufler verschworen.
Immer ein Projekt in Petto zu haben, fällt vielen schwer. Laut unserer Umfrage empfinden 62 % der Freelancer die Projektakquise als die größte Herausforderung im Freelancer-Alltag.

Das Ziel ist natürlich ein gesundes Mittelmaß: genug Auslastung, um gut leben zu können – aber nicht so viel, dass die Work-Life-Balance dauerhaft leidet. Doch auch wenn sich einmal eine Projektdurststrecke einschleicht, bedeutet das nicht automatisch ein Problem.
Mit unseren Tipps kommen Freelancer stärker aus der Flaute.
1. Konzentration auf Langzeit-Kunden
Viele verschiedene Projekte zu haben ist spannend und sorgt für Abwechslung im Arbeitsalltag. Dennoch lohnt es sich, einen Teil der Arbeit auf langfristige Kundenbeziehungen auszurichten.
Denn neue Kunden zu gewinnen ist deutlich aufwendiger als bestehende Kunden zu halten. Ein großer Teil der Zeit, die Freelancer in die Suche nach kleinen Projekten investieren, wird schließlich nicht bezahlt.
Freelancer sollten daher versuchen, Kunden zu finden, mit denen sie eine regelmäßige Zusammenarbeit aufbauen. So entsteht ein stabileres Einkommen und die aufwendige Neukundenakquise wird reduziert.
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2. Werbetrommel rühren
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Wenn die Auftragslage gut ist, verfallen viele Freelancer in eine Art Marketing-Lethargie. Die Arbeit läuft, Projekte kommen von selbst – für Werbung bleibt keine Zeit.
Doch genau das kann langfristig zum Problem werden. Marketing sollte kein gelegentlicher Aufwand, sondern ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags sein.
Es kann helfen, sich beispielsweise einmal pro Woche einen festen Terminblock für Marketingaktivitäten zu reservieren. Dazu gehören unter anderem Social-Media-Beiträge, Networking, Pflege des Freelancer-Profils oder die Kontaktaufnahme mit potenziellen Kunden. Viele dieser Maßnahmen lassen sich automatisieren und kosten langfristig weniger Zeit.
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3. Kundenfokus
Geraten Freelancer in eine Projektflaute, lohnt es sich, die eigene Arbeit aus der Perspektive potenzieller Kunden zu betrachten. Was erlebt der Kunde, wenn er die eigene Website oder das Freelancer-Profil besucht?
Alle Prozesse sollten möglichst einfach und verständlich gestaltet sein. Sobald wichtige Informationen fehlen oder etwas nicht reibungslos funktioniert, springen potenzielle Kunden oft schnell wieder ab.
Freelancer sollten deshalb regelmäßig prüfen:
- Ist das Portfolio aktuell?
- Sind Referenzen sichtbar?
- Werden Leistungen klar beschrieben?
- Ist eine Kontaktaufnahme einfach möglich?
Ein externer Blick kann dabei helfen. Freunde oder Kollegen erkennen oft schneller, wo es noch Verbesserungsbedarf gibt.
4. Ruhigere Zeiten nutzen
Projektflauten müssen nicht zwangsläufig verlorene Zeit sein. Sie können auch eine gute Gelegenheit darstellen, an den eigenen Fähigkeiten zu arbeiten.
Der Unterschied zu anderen Freelancern liegt häufig in den eigenen Kompetenzen, Erfahrungen und Spezialisierungen. Gerade in ruhigeren Zeiten lohnt es sich daher, in Weiterbildung zu investieren.
Möglichkeiten dafür sind zum Beispiel Webinare, Online-Kurse, neue Tools oder Technologien lernen oder Fachliteratur lesen.
Wer seine Fähigkeiten kontinuierlich erweitert, verbessert langfristig seine Chance auf neue Projekte und stärkt gleichzeitig seine Position im Wettbewerb.
5. Durststrecke vorausplanen
In vielen Branchen gibt es typische saisonale Projektflauten. Während der Sommermonate oder rund um Feiertage sind Ansprechpartner häufig schwer erreichbar und neue Projekte starten seltener.
Freelancer können solche Phasen bewusst einplanen. Wenn jedes Jahr zur gleichen Zeit weniger Aufträge entstehen, kann diese Zeit beispielsweise gezielt für Urlaub genutzt werden.
Eine geplante Pause hilft dabei, neue Energie zu tanken und anschließend motiviert in den Arbeitsalltag zurückzukehren.
6. Sparen statt Protzen
Wenn eine Projektflaute überstanden ist und wieder gutes Geld verdient wird, ist die Versuchung groß, sich sofort etwas zu gönnen. Dagegen spricht grundsätzlich nichts.
Freelancer sollten jedoch immer im Hinterkopf behalten, dass schwankende Auftragslagen Teil der Selbstständigkeit sind.
Ein finanzielles Polster hilft dabei, auch ruhigere Phasen gelassen zu überstehen. Viele Selbstständige arbeiten deshalb mit mehreren Konten oder Rücklagen. Das eigene Einkommen sollte vom Hauptkonto aus verwaltet und sich ein separates Gehalt ausbezahlt werden. Etwas für „schlechte Zeiten“, etwas für die Ferien, etc.
So entsteht automatisch ein finanzieller Puffer, der Sicherheit schafft – auch wenn einmal weniger Projekte hereinkommen.